Marc Jasinski.
Marc Jasinski, 1933 in Belgien geboren, ist der Erfinder der patentierten Aquastar-Deepstar-Tauchlünette (CH 436 140, eingereicht am 15. Mai 1964) und langjähriger Forschungs- und Ingenieurspartner der Werkstatt. Über die Uhrenwelt hinaus hat er ein Kapitel der Tauchgeschichte geschrieben, insbesondere im archäologischen Tauchen. Von 1968 bis Ende der siebziger Jahre engagierte ihn die BBC als Kameramann für das Archäologieprogramm Chronicle; er arbeitete am Spanish-Armada-Projekt in Ulster und an Suchexpeditionen nach VOC-Wracks.
Der nachstehende Brief wurde 2020 von Marc Jasinski an die Aquastar-Werkstatt verfasst, als die mechanische Produktion nach sechsunddreißigjähriger Pause unter neuer Leitung wieder aufgenommen wurde. Wir geben ihn hier vollständig wieder.
Der Brief.
Sehr geehrte Herren,
Der Mann hinter Aquastar war Frédéric Robert, ein mutiger Mann mit Vision und Leidenschaft.
Es war ein Privileg, mit ihm zu arbeiten, und ich werde mich stets mit Zuneigung, Respekt und Bewunderung an ihn erinnern.
Er war die Personifikation des wahren Unternehmers. Jedes neue Projekt bedeutete große finanzielle Verpflichtungen, tiefes und komplexes technisches Wissen, und einige kaufmännische Herausforderungen.
Ich erinnere mich an Zeiten der Sorge, aber an keinen Moment der Mutlosigkeit. Frédéric hat nie aufgegeben. Ich bin froh, dass ich ihm und Aquastar nützlich sein konnte.
Und nun ist es fast unglaublich, dass ein weiterer mutiger Mann dieses Wunderwerk wiederbelebt hat.
Danke.
Mit den freundlichsten Grüßen,
Marc
Über die erste Begegnung mit Frédéric Robert.
In einem separaten Austausch schilderte Marc Jasinski die Begegnung von 1962, die ihn in den Orbit der Genfer Werkstatt brachte:
Das Jahr 1962 war für mich zweifellos höchst interessant, denn ich lernte den klassischen Tauchanzug während des CMAS-Weltkongresses für Unterwasseraktivitäten im Oktober jenes Jahres in London kennen. Wir waren zu einer Besichtigung der Siebe and Gorman Werke eingeladen, die damals, soweit ich mich erinnere, von Commander Shelford geleitet wurden. Unter vielen geladenen Gästen entsinne ich mich an Commandant Philippe Tailliez, Frédéric Robert (Gründer und Inhaber der Aquastar-Uhrenmanufaktur in Genf) und an den berühmten italienischen Unterwasserfilmproduzenten und Kameramann, den verstorbenen Victor Aldo de Sanctis.
Die Lünette, die seinen Namen trägt.
Zwei Jahre nach jener Begegnung in London reichte Jasinski das Patent ein, das die moderne Schweizer Taucheruhr definierte. CH 436 140, datiert auf den 15. Mai 1964, beschreibt eine drehbare Lünette, kalibriert auf die Dekompressionstabellen jener Zeit, eine Geometrie, mit der ein Taucher die Grenzen des ersten und des Wiederholungstauchgangs direkt am Handgelenk ablesen kann, ohne Rechenschieber, ohne Tabelle. Das Patent ist längst gemeinfrei; die Geometrie wurde aus den Archivzeichnungen in jede moderne Aquastar Deepstar übernommen.